Entspannungsverfahren

Was sind Entspannungsverfahren?
Entspannungsverfahren dienen der Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden. Durch Entspannungsübungen kann die psychische und körperliche Ausgeglichenheit gefördert und Alltagsstress dadurch besser bewältigt werden.

Wie wirken Entspannungsverfahren?
Ziel aller Entspannungsverfahren ist die Entspannungsreaktion, die sich auf neuronaler Ebene in einer Aktivierung des Parasympathikus und einer Schwächung des Sympathikus äußert. Auf der körperlichen Ebene wird der Muskeltonus verringert, die Reflextätigkeit vermindert, die peripheren Gefäße erweitert, die Herzfrequenz verlangsamt, der arterielle Blutdruck gesenkt, der Sauerstoffverbrauch reduziert, die Hautleitfähigkeit verringert und zentralnervös die hirnelektrischen und neurovaskulären Aktivität verändert. Auf der psychologischen Ebene wird in der Entspannungsreaktion Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden erlebt und die Konzentrationsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit der körperlichen Wahrnehmung ist verbessert.
Je länger ein Entspannungsverfahren geübt ist, desto schneller und leichter kann sie auf Grund von Konditionierungsprozessen im Alltag aktiviert werden. Eine kurze Selbstinstruktion oder eine kleine bewusste körperliche Veränderung können dann, selbst in Stresssituationen, schnell beruhigend wirken.

Für wen sind Entspannungsverfahren geeignet?
Zu den häufigsten psychischen Störungen, bei denen Entspannungsverfahren eingesetzt werden, Angststörungen, Belastungs- und Anpassungsstörungen, Depressionen, Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome, Erschöpfungszustände, Burnout, Störungen infolge von Substanzmissbrauch, Schlafstörungen sowie psychosomatische Beschwerden wie Verspannungen, Magen-Darm- oder Kreislauf-Probleme.
Immer größere Bedeutung bekommt aber auch die Prävention. Das heißt konkret, zu lernen wie man sich im Alltag entspannt, bevor man seine Belastungsgrenzen erreicht oder krank wird. Zahlreiche Studien belegen die präventive Wirkung von Entspannungsverfahren.

Welche Entspannungsverfahren werden in der Praxis angeboten?

Autogenes Training
Das Autogene Training ist ein von Johannes Heinrich Schultz in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickeltes autosuggestives Entspannungsverfahren. Der Übende konzentriert sich auf kurze formelhafte Vorstellungen, die einige Zeit langsam wiederholt werden, wie zum Beispiel „Die Arme und Beine sind schwer.“ oder „Die Atmung geht ruhig und gleichmäßig.“

Progressive Muskelentspannung
Edmund Jacobson entwickelte die Progressive Muskelentspannung (Progressive Muskelrelaxation). Bei diesem Entspannungsverfahren spannt der Klient nacheinander aktiv einzelne Muskelgruppen an und entspannt diese anschließend wieder. Wesentliches Element der Übungen liegt in der Achtsamkeit des Klienten, den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung wahrzunehmen, wodurch ein Zustand tiefer Entspannung erreicht wird.

Hypnose
Mit Hypnose können Trancen mit tiefen Entspannungszuständen induziert werden. Das Verfahren kann auch eigenständig nur als Selbsthypnose durchgeführt werden, bei der die erreichbaren Entspannungszustände weniger tief als in der Hypnose sind. Das autogene Training ist eine standardisierte Form der Selbsthypnose.

Imaginative Verfahren
Fantasiereisen, Imaginationen oder Visualisierungen dienen, wenn sie als Entspannungsmethoden genutzt werden, der Vertiefung der Entspannung und sind oft Teil anderer Entspannungsverfahren wie in der Oberstufe des Autogenen Trainings oder in einigen Formen der Meditation.

Haben Sie Fragen oder Interesse? Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot für Sie.