Gesetzlich versichert

Da seit vielen Jahren eine massive Unterversorgung der Therapeuten mit Kassensitz existiert, müssen gesetzlich Versicherte oft monatelang auf einen Therapieplatz warten. Die Bundespsychotherapeutenkammer hält jedoch aus fachlicher Sicht Wartezeiten über drei Monate als nicht zumutbar. Grundsätzlich ist es nämlich die Aufgabe der Krankenkasse, rechtzeitig für die Behandlung Ihrer Versicherten zu sorgen.

Die „Notfallregelung bei Unterversorgung“ (§13 Abs. 3 SGB V) besagt, dass bei unzumutbarer Wartezeit Ihre Krankenkasse die Behandlung bei einem nicht Kassenzugelassenen Therapeuten erstatten muss. Dieser Anspruch auf Kostenerstattung ist gesetzlich geregelt und gilt gegenüber allen gesetzlichen Krankenkassen. Dadurch ist ist die Kostenübernahme einer Psychotherapie auch in einer Privatpraxis in Ausnahmefällen möglich.

In einem kostenlosen Erstgespräch lernen Sie uns kennen und erfahren im Detail, wie eine Beantragung Ihrer Therapie funktionieren kann.

Als Orientierung haben wir für Sie die wichtigsten Schritte zur Beantragung einer Therapie im Kostenerstattungsverfahren zusammengefasst:

  1. Anruf bei der Krankenkasse
    Rufen Sie Ihre Krankenkasse an und fragen Sie, wie Sie am besten erfolgreich einen Antrag auf außervertragliche Kostenerstattung für Psychotherapie stellen können. Erkundigen Sie sich, welche Unterlagen zur Antragstellung erforderlich sind.
  2. Fehlenden Therapieplatz nachweisen
    Ist ihre Krankenkasse prinzipiell zur Kostenübernahme bereit, kontaktieren Sie mehrere – mindestens fünf, manche Kassen fordern zehn – Therapeuten mit Kassenzulassung. Notieren Sie sich Name, Datum, Uhrzeit und Ergebnis des Telefonats (z.B. Therapeut Mustermann, Mustermannstr. 1, Aachen, 1.1.2014, 13.45h, Wartezeit 8 Monate bis zur Therapieaufnahme/Therapeut hat nicht zurückgerufen). Fragen Sie nach, wann der Beginn der Therapie wäre und nicht nur ein Erstgespräch stattfinden würde. Denn ein Erstgespräch führt meist nur zur Aufnahme auf die Warteliste.
  3. Konsiliarbericht und Dringleichkeitsbescheinigung
    Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt (z.B. Hausarzt). Über die Erstellung des sogenannten „Konsiliarbericht“ bescheinigt der Arzt, dass unabhängig von der medizinischen Behandlung, eine Psychotherapie indiziert ist. Außerdem wird von den Krankenkassen der Nachweis gefordert, dass ein Arzt die Aufnahme einer zeitnahen (!) Psychotherapie befürwortet. Dies nennt man „Dringlichkeitsbescheinigung” und muss der Krankenkasse nachgewiesen werden.

Falls Ihnen die oben beschriebenen Schritte etwas unübersichtlich erscheinen, lassen Sie sich nicht entmutigen! In ihrem Erstgespräch werden wir Ihnen alle Formulare zur Beantragung der Therapie zur Verfügung stellen und alles noch einmal in Ruhe erklären.